Candy

Kisberer Stute, *2008

Wie auch auf Geronimo, habe ich eine ganze Weile darauf gewartet diese wunderbare Kisberstute kaufen zu dürfen. Als ich im Mai 2018 den Kaufvertrag unterzeichnete war ich Candy schon seit zweieinhalb Jahren immer wieder mal geritten. Ich kannte sie als sehr lebhafte und extrem ausdauernde Stute, die trotz aller lustigen Ideen, die sie so hatte, immer noch klar im Kopf blieb und dabei gut auf ihren Menschen achtete. Ich freute mich wahnsinnig als Sabine mir ihre Candy anbot. Sie war nicht wirklich zum Verkauf gestanden, aber Sabine meinte wir würden so schön harmonieren und sie habe einfach auch sehr wenig Zeit, weshalb sie sie mir verkaufen würde. Candy ist das leichtrittigste Pferd was ich bisher kenne, bestimmt hat sie das ihrem Araber-Papa zu verdanken. Woher sie aber ihre Verfressenheit hat, weiß ich nicht, aber wie heißt es so schön: wie der Herr so das Gescher ;-). Mit ihrem zarten Hals-Kopf-Bereich und ihrer barocken Hinterhand erinnert mich Candy an die Pferde auf den Riedinger Stichen.

Candy stand zuvor in einer Box und zog in meinem Besitz dann in einen Offenstall um. Das tat ihr sehr gut, seitdem zeigt sie sich sehr nervenstark. Wo sie zuvor bei jedem Kipplaster und Rascheln in der Hecke herumsprang, ließ sie das nach ein paar Wochen schon weitestgehend kalt. Sie war bald sogar derart ausgeglichen und zuverlässig, dass ich sogar Anfängern Unterricht auf ihr geben konnte. Da das Gelände bei uns einen recht harten Boden hat, bin ich sie noch nicht allzu viel im Gelände geritten, aber auch dort hat sie sich (fast ;-)) immer vorbildlich verhalten. Dressurmäßig war Candy, auch durch meinen Beritt, schon recht weit ausgebildet. Die größte Schwierigkeit bei ihr ist ihre volle Aufmerksamkeit zu erhalten und ihren Hals lang sowie ihren Kopf ruhig zu stellen. Durch ihren sehr beweglichen Hals und ihr feines Maul, neigt sie schnell dazu kurz im Hals zu werden.

Candys kräftige Hinterhand hält bisher absolut was sie verspricht. In der Piaffe tritt sie sehr elastisch und weit unter den Körper. Ich habe die Hoffnung dass sie einmal eine gute Levade beherrschen wird - kleine Ansätze dazu zeigt sie bereits manchmal in der Piaffearbeit. Was die Dressur betrifft, steht weiterhin im Vordergrund ihren Hals-Kopf-Bereich zu stabilisieren, ausserdem tasten wir uns derzeit an die fliegenden Wechsel heran, die noch ein großes Chaos sind. Natürlich widmen wir uns auch Zirkuslektionen: Beim Verbeugen und Kompliment hat sie sehr schnell gelernt sich gut zu positionieren. Derzeit arbeiten wir am spanischen Schritt, in dem sie eine beeindruckende Schulterbeweglichkeit und viel Spaß an der Lektion zeigt. Nachdem wir auch schon einen Rinderkurs erfolgreich gemeistert haben, hoffe ich dass ich Candy die nächsten Jahre bei dem ein oder anderen Working Equitation Turnier vorstellen kann. Für das Springen zeigt sie auch großes Talent, aber da sie gerne vor neuen Sprüngen scheut, steht derzeit mehr im Vordergrund sie zu 100% an die Hilfen zu bekommen.