
2012, Claudia Rahlmeier
Nur 12 Tage nach Rockys Tod musste am 6.8.2026 auch mein lieber Geronimo eingeschläfert werden. Er war 26 Jahre alt und über 16 Jahre bei mir.
Aufgrund sehr starker Arthrose entwickelte er eine heftige Lahmheit im linken Vorderbein, gegen die auch eine Stellungsveränderung
und Schmerzmittel nicht mehr ankamen. Natürlich behält auch er einen besonderen Platz in meinem Herzen und auf dieser Homepage.

2016
Geronimo lernte ich ursprünglich 2008 bei der Arbeit kennen. Ich sollte mit ihm Zirkuslektionen einüben und Handarbeit machen. Ich verliebte mich in seine aufgeweckte, energische Art, aber kaufen konnte ich ihn erst zwei Jahre später, am 28. Februar 2010. Bei dem Ritt in seinen neuen Stall buckelte er mich ab, was vermutlich den Beginn einiger spannender Jahre einläuten sollte, denn Geronimo entpuppte sich als nicht ganz einfach im Gelände, besonders wenn er alleine war. Ich hatte mit seinem starken Herdentrieb zu kämpfen und zudem war er auch noch schreckhaft und nervös, sodass das Ausreiten sehr herausfordernd war und ich manches Mal sogar rückwärts nach Hause reiten musste, da er anders nicht zu händeln war. Mit den Jahren kehrte sich das zum Glück ins Gegenteil um. Zuletzt war er sogar ein ausgesprochen autonomes Verlasspferd. Wie auch Rocky machte er bald jeden Blödsinn mit, egal, ob ich ihn vor einen Schlitten spannte, mich an der Ungarischen Post versuchte oder Rinder treiben wollte.
2023
Im Umgang war Geronimo schon immer sehr unkompliziert und lieb gewesen. Auf dem Reitplatz zeigte er von Anfang an große Begeisterung und viel Talent für Zirkuslektionen, Working Equitation, Springen und besonders für die Dressur. Seine kräftige Hinterhand erlaubte es ihm, auch alte, barocke Lektionen nach de la Guérinière auszuführen, wie den Terre à Terre, den Mezair und eine kleine Ballotade. Ich bin ihm sehr dankbar dafür, dass er mir ermöglicht hat, mich in diesen anspruchsvollen Lektionen ausprobieren zu dürfen, zu denen nur wenige Pferde ausreichend Kraft und Esprit haben. Geronimo war immer sehr engagiert im Reitunterricht. Ob Pirouetten, Passagen oder fliegende Wechsel bis hin zu den Zweierwechseln - er liebte es zu zeigen, was er konnte, besonders wenn dabei ein Leckerli heraussprang. Als die Knochen dann müder wurden, ging er trotzdem noch gerne ausreiten oder führte Kinder ans Reiten heran, wobei man sich absolut auf ihn verlassen konnte. Ich bin froh, dass er so lange gut laufen konnte. Nur wenige Wochen vor seinem Tod waren wir noch in allen Gangarten ausreiten.